Im Arbeitszeugnis steht die Wahrheit zwischen den Zeilen. Knacken Sie den Geheimcode.
Silke Wohlgemuth
Geschäftsführerin

Das Arbeitszeugnis - Was gut klingt, kann trotzdem schlecht sein

Sie müssen der Bewerbung zwar nicht alle Nachweise und Zeugnisse beifügen, sollten die Angaben Ihres Lebenslaufes aber grundsätzlich belegen können. Eine Zeugniskopie Ihres höchsten Schulabschlusses, eine Kopie Ihres Ausbildungszeugnisses sowie eine Kopie Ihres letzten Arbeitszeugnisses sollten Sie der Bewerbung unbedingt beifügen. Sicherheitshalber sollten Sie jedoch sämtliche Zeugnisse und Zertifikate von Weiterbildungen beim Vorstellungsgespräch dabei haben.

Welche Zeugnisse gehören in die Bewerbung?
Die Anordnung der Bewerbungsanlagen erfolgt antichronologisch, das heißt, ganz oben liegt das jüngste Zeugnis, ganz unten das älteste. Dadurch ergibt sich üblicherweise die Reihenfolge: Arbeitszeugnisse, Ausbildungszeugnis, Zeugnis des höchsten Schulabschlusses, Weiterbildungsnachweise/ Zertifikate.

Sollten Sie das letzte Arbeitszeugnis einige Tage/ Wochen nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses noch nicht erhalten haben, wollen sich aber trotzdem bewerben, verweisen Sie in Ihrem Anschreiben darauf, dass Ihr Arbeitszeugnis derzeit erstellt wird und bis dahin Ansprechpartner xy für persönliche Referenzen zur Verfügung steht.

Checkliste Zeugnisse:
  • Habe ich alle für die Stelle relevanten Zeugniskopien beigefügt (Zeugniskopie über den höchsten Schulabschluss, Kopie meines Ausbildungszeugnisses, Kopie meines letzten Arbeitszeugnisses, ggf. Kopien relevanter Zertifikate, z.B. Sprachkurs- oder EDV-Zertifikate)?
  • Habe ich die übliche Reihenfolge meiner Zeugniskopien eingehalten?
  • Verfügen die Kopien über eine gute Qualität?

So interpretieren Sie Ihr Zeugnis
Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein sogenanntes qualifiziertes Zeugnis. Im Unterschied zum einfachen Zeugnis enthält es zusätzlich zur Tätigkeitsbeschreibung auch eine Leistungs- und eine Verhaltensbeurteilung.

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis besteht in der Regel aus sechs Abschnitten:
  • Einleitungssatz: Frau/Herr XY trat am (..) in unser Unternehmen ein.
  • Berufliche Entwicklung im Unternehmen: Frau/Herr XY wurde im Laufe ihrer/seiner beruflichen Entwicklung als (..) und (..) eingesetzt.
  • Beschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
  • Leistungsbeurteilung mit den Bewertungskategorien: Arbeitsbereitschaft, Arbeitsbefähigung, Wissen und Weiterbildung, Arbeitsweise, Arbeitserfolge sowie der für die Arbeitszeugnisnote entscheidenden Leistungszusammenfassung (z.B. "Frau/Herr XY führte die ihr/ihm übertragenen Aufgaben jederzeit zu unserer vollen Zufriedenheit aus.").
  • Verhaltensbeurteilung: (z.B. "Ihr/Sein Verhalten gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit einwandfrei.")
  • Schlussformulierung: mit der Angabe von Gründen für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sowie mit einer Dankens- und Bedauernsformel sowie Zukunftswünschen.


Checkliste Arbeitszeugnis:
  • Ist in meinem Arbeitszeugnis neben der Tätigkeitsbeschreibung eine Bewertung meiner Leistung und meines Verhaltens vorgenommen worden?
  • Sind die Kategorien Arbeitsbereitschaft, Arbeitsbefähigung, Wissen und Weiterbildung, Arbeitsweise, Arbeitserfolge und Persönliches Sozialverhalten bewertet worden?
  • Ist eine mit den einzelnen Bewertungskategorien übereinstimmende Leistungszusammenfassung enthalten?