Transfergesellschaft - Infos für Unternehmen und Betriebsräte
Marina Müller
Projektleiterin

Transfergesellschaft - Infos für Unternehmen und Betriebsräte

Wenn in einem Betrieb Personal abgebaut werden muss, ist die Einsetzung einer Transfergesellschaft eine Win-Win-Lösung für alle Parteien. Mit der Beauftragung einer Transfergesellschaft können sich die Mitarbeiter für einen befristeten Zeitraum von einem Jahr aus einem geförderten Beschäftigungsverhältnis heraus in relativer finanzieller Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt neu orientieren.

Die gesetzliche Grundlage hierfür ist im § 111 SGB III beschrieben. Die PRM kann als Transfergesellschaft agieren und ein Gesamtmodell von der Konzeptionierung bis hin zur Übernahme von befristeten Arbeitsverträgen anbieten. Durch den Einsatz eines Instrumentenmix aus Beratung, Unterstützung bei Bewerbungen, Qualifizierung, Probearbeiten und Vermittlungsvorschlägen werden die Ziele der Arbeitsaufnahme oder der Existenzgründung erreicht.
Die Agentur für Arbeit beteiligt sich finanziell durch die Förderung über Transferkurzarbeitergeld an den Löhnen und gegebenenfalls an den Qualifizierungsmaßnahmen über den Europäischen Sozialfonds.

Ziel und Inhalt

Ziel der Transfergesellschaft ist es, die Mitarbeiter in ein neues Arbeitsverhältnis oder eine Existenzgründung zu begleiten. Neben einer kontinuierlichen Begleitung und Beratung im Bewerbungsprozess geht es um das Aufdecken von Qualifizierungsdefiziten sowie deren Behebung durch die Organisation von Bildungsmaßnahmen. Darüber hinaus bekommen die Mitarbeiter Tipps zur Stellensuche und Unterstützung bei der Bewerbung und Auswahl der Stelle. Mit dem Praktikum oder dem „Arbeiten zur Probe“ stehen weitere Instrumente zur Verfügung, die einen Wettbewerbsvorteil für den Einstieg in ein neues Arbeitsverhältnis darstellen.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für die Beantragung von Transferkurzarbeitergeld und somit für die Installation einer Transfergesellschaft stimmen nahezu mit den Voraussetzungen für die Transfermaßnahmen überein. Wichtig ist auch hier das Vorhandensein einer Betriebsänderung, die mit Interessenausgleich- bzw. Sozialplanverhandlungen einhergeht. Die Transfergesellschaft muss so ausgestattet sein, dass die Betreuung und die Finanzierung der Mitarbeiter durchgängig sichergestellt ist. Der Anbieter der Transfergesellschaft muss ein System zur Qualitätssicherung anbieten. Die Mitarbeiter, denen ein Arbeitsvertrag angeboten werden soll, müssen an Transfermaßnahmen teilgenommen haben, von Arbeitslosigkeit bedroht sein und sich arbeitsuchend gemeldet haben.

Umfang und Dauer der Förderung

Die Bezugsfrist für Transferkurzarbeitergeld und damit die Verweildauer in einer Transfergesellschaft ist auf maximal zwölf Monate begrenzt. Während dieser Zeit erhalten die Mitarbeiter Transferkurzarbeitergeld in Höhe von 60 bzw. 67 Prozent ihres förderfähigen Nettoentgeltes. Sozialversicherungsbeiträge werden von der Agentur nicht gefördert.

Kosten

Die Kosten für die Transfergesellschaft hängen im Wesentlichen davon ab, wie viele Mitarbeiter für welche Laufzeit übernommen werden. Die Lohnbestandteile, die das Unternehmen neben dem Transferkurzarbeitergeld von der Agentur für Arbeit zu tragen hat, werden als Remanenzkosten bezeichnet. Darüber hinaus fallen Kosten für die Organisation der Beratung und Abrechnung aller Mitarbeiter an. Außerdem sollte ein Budget ausgehandelt werden, aus dem Bildungsmaßnahmen finanziert werden. Die PRM erstellt gerne eine erste überschlägige Kalkulation bzw. eine verbindliche Kostenkalkulation für das Gesamtprojekt.

Mögliche Zusatzleistungen des Unternehmens


Über die Zahlung des Transferkurzarbeitergeldes hinaus ist es sinnvoll und möglich, eine Aufstockung desselben zu vereinbaren. Zusätzliche Leistungen, wie beispielsweise vermögenswirksame Leistungen, können weiter gewährt werden. Weitere finanzielle Anreize wie eine Mobilitätsprämie oder auch Sprinterprämie für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis sind als Anreiz wichtig und sinnvoll. Einmalzahlungen, die im bisherigen Arbeitsverhältnis geleistet wurden, können weiterhin berücksichtigt werden.

Ablauf

In einem Beratungsgespräch lotet die PRM gemeinsam mit den Betriebsparteien die Möglichkeiten einer Transfergesellschaft aus. Parallel dazu berät die Agentur für Arbeit hinsichtlich der Voraussetzungen und Möglichkeiten der Förderung. Sobald der Sozialplan abgeschlossen ist und feststeht, wer von Arbeitsplatzverlust betroffen ist, kann der Antrag gemäß § 111 SGB III bei der für Ihren Betrieb zuständigen Agentur für Arbeit platziert werden. Mit dem Bescheid haben Sie die Sicherheit, dass die Fördermittel gewährleistet sind und die Durchführung beginnen kann. Nach Ablauf eines jeden Kalendermonats wird von der Transfergesellschaft erneut Transferkurzarbeitergeld beantragt. Damit Transparenz für alle Beteiligten herrscht, ist es sinnvoll, dass ein sogenannter Beirat eingesetzt wird, der sich aus Vertretern der Betriebsparteien und Beratern der Transfergesellschaft zusammensetzt. Der Beirat verfolgt den inhaltlichen Stand des Projektes und dokumentiert die Ausgaben. Am Ende des Projektes erfolgt eine Evaluation des Gesamtprojektes.

FAQ - Häufige Fragen zum Personaltransfer